Die Highlights

Kengo Kuma

Highlight zur Mitte des Festivals
11. Oktober – Zénith de Strasbourg
Kengo Kuma – Japanische Tradition neu und nachhaltig interpretiert
Natur und japanische Tradition im 21. Jahrhundert

„Indem wir diesen Weg einschlagen, kann die Architektur letztlich eins mit der Natur
werden.“ Kengo Kuma

Gebäude, die Leichtigkeit und Offenheit verströmen und zugleich nachhaltig und modern sind: In seinem architektonischen Schaffen stützt sich Kengo Kuma auf japanische Traditionen, interpretiert diese im 21. Jahrhundert neu und räumt dabei der Natur einen entscheidenden Stellenwert in seinen Werken ein. Eine essenzielle Rolle spielt für ihn die Harmonie zwischen Architektur und menschlichem Körper. Seine Projekte sind eng verbunden mit den Städten und Orten sowie ihren jeweiligen Gegebenheiten.

Kengo Kuma wurde 1954 in Japan geboren und studierte in New York und Tokio, wo er seit 2009 als Professor tätig ist. Kumas Architekturbüro hat den Architektenwettbewerb für den Bau der Messe (Parc d’exposition) in Strasbourg für sich entschieden. Diese wird sechs Hektar groß sein und von Oktober 2019 an bis 2021 in der Nähe des Palais des Congrès entstehen. Ebenfalls von Kengo Kuma umgesetzt wurden die Cité des Arts et de la Culture in Besançon sowie der Regionalfonds für zeitgenössische Kunst (FRAC) in Marseille. In Deutschland entwarf er für das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt ein aufblasbares Teehaus. Auch für die Planung des neuen nationalen Olympiastadions in Tokio, das anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2020 gebaut wird, wurde sein Entwurf ausgewählt. Für die neue Metrolinie im Pariser Umland Grand Paris Express wird er die Station Saint-Denis-Pleyel konzipieren.

Kengo Kuma spielt mit natürlichem Licht und verwendet Naturmaterialien, die soweit wie möglich von dem Ort stammen, an dem auch gebaut wird. In seinen Gebäuden lässt er offene Räume entstehen und sucht dabei unablässig nach Leichtigkeit und Transparenz. Für ihn sind Materialien dann interessant, wenn sie sich durch die Bewegung des Betrachters oder durch die Veränderung des Lichteinfalls im Tagesverlauf ändern und sich ihre Materie daduch im Raum auflöst. Betongebäude stehen im absoluten Gegensatz zu Kumas gestalterischen Auffassungen. Nach einer Dominanz von Beton, Stahl und Glas in der Architektur des 20. Jahrhunderts sagt er für das 21. Jahrhundert eine Rückkehr zur Natur voraus. Die traditionelle japanische Architektur könne für luftige und organische Formen viele Anregungen geben.

Beim Umbau eines ehemaligen Fabrikgebäudes versah Kuma die Fassade mit Holzplanken und schuf so einen Zwischenraum, in dem er ständig Wasser zirkulieren lässt. Obwohl es sich scheinbar nur um einen leeren Raum handelt, gibt dieser dem Gebäude ein vollkommen neues Gesicht und schafft eine Verbindung, einen Übergang zwischen Innen- und Außenraum.

Mit seiner Agentur Kengo Kuma & Associates verfolgt der japanische Architekt nachhaltige und ressourcenschonende Bauweisen. Naturkatastrophen erinnern laut Kengo Kuma immer wieder daran, dass der Mensch eine gewisse Ehrfurcht vor dem Bauen haben müsse. In seinen Augen muss ein zeitgemäßes Verhältnis und ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur noch gefunden werden. Dabei könne Architektur zum Stemmen des ökologischen Wandels/Übergangs/der Energiewende beitragen. Für das Hiroshige Ando-Museum erhielt er 2002 den Spirit of Nature Wood Architecture Award. 2016 wurde Kengo Kuma mit zwei internationalen Preisen für Nachhaltigkeit ausgezeichnet: mit dem Wood Design Award und dem Global Award for Sustainable Architecture. 1995 und 2000 wurde Kengo Kumas Werk jeweils mit dem Grand Prix Design prämiert.
Am 11. Oktober darf das Europäische Architekturhaus – Oberrhein Kengo Kuma im Zénith der Stadt Strasbourg zu einem Vortrag zum Thema „Architecture & Nature“ willkommen heißen.

Kuma wird eine Auswahl seiner Projekte präsentieren und dabei seine Vision von Architektur vorstellen. Der Vortrag in japanischer Sprache wird simultan auf Deutsch und Französisch gedolmetscht. Musikalisch wird der Abend vom Bläserensemble des INSA Strasbourg (eine der beiden Architekturhochschulen) begleitet. In einer geselligen Atmosphäre können die Gäste im Anschluss auch die zahlreichen Partner des Europäischen Architekturhauses – Oberrhein kennenlernen.

Während des Vortrags können Ihre Kinder an Spielen rund um Architektur teilnehmen. Anmeldung erforderlich: contact@ja-at.eu