Das von dem europäischen Architekturhaus und dem Lieu d’Europe co-organisierte Projekt „Kreativ- und Entdeckungstour: Straßburg im Herzen Europas“ hat junge Leute von 15 bis 18 Jahre, aus Frankreich, Deutschland und aus der Schweiz, für eine außergewöhnliche Erfahrung um die bürgerliche und architektonische Mediation zusammengebracht.
Die Mittwoche, den 29.04 und den 6.05 haben sich drei Schulklassen aus dem Oberrhein (Lycée Le Corbusier von Illkirch-Graffenstaden, das Schiller-Gymnasium de Offenburg und die Fachmaturitätsschule von Basel) im europäischen Viertel in Straßburg vereinigt. Im laufe der zwei aufwändigen Tagen sind die Schüler*innen ihrerseits Architekt*innen mit einem neuen Blick von dem Viertel geworden, indem sie die Architektur als Ausdruck der europäischen Werte erkunden.




Der erste Tag war in zwei unterschiedliche Abschnitte unterteilt. Der Vormittag war geführten Rundgängen durch die Dauerausstellung und das Institutionenviertel mit dem Team des Lieu d’Europe gewidmet. Daran schloss sich eine Diskussionsrunde an, um die grundlegenden europäischen Werte herauszuarbeiten, die in der Architektur des europäischen Kulturerbes in Straßburg zum Ausdruck kommen.
Am Nachmittag waren die Schülerinnen und Schüler – aufgeteilt in fünf grenzüberschreitende Gruppen – dazu eingeladen, gemeinsam an einem Lastenheft für die Erstellung von Architekturmodellen zu arbeiten. Grundlage hierfür bildeten fünf Themenbereiche, die das Projektteam vorab festgelegt hatte. Betreut von Architektinnen und Architekten, die ihnen die Baukultur näherbrachten, definierten die Jugendlichen die Funktionen, die Materialien sowie die Verankerung ihrer Entwürfe im Stadtviertel.



Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Projektumsetzung. In ihren Gruppen gestalteten die Schülerinnen und Schüler ihre Modelle und verfassten die dazugehörigen Erläuterungstexte. Dank der Unterstützung durch die Betreuenden und die beteiligten Architektinnen und Architekten konnten die Jugendlichen ihre gemeinsame Vision zum Leben erwecken.
Im Rahmen der Vernissage präsentierten sie ihre Entwürfe eines idealen Europaviertels vor ihren Familien, Freunden und Ehrengästen. Die Ausstellung der Modelle im Lieu d’Europe während des gesamten Monats Mai ist ein eindrucksvolles Zeugnis dieser grenzüberschreitenden, kooperativen Arbeit der Jugend.


Dieses Projekt ermöglichte es den Schülern aus dem Rheingebiet, die europäischen Institutionen zu entdecken. Gleichzeitig erhielten sie die Gelegenheit, Architektur und die damit verbundenen Konzepte durch gemeinsames kreatives Schaffen zu begreifen. So verwandelte sich das Straßburger Europaviertel in eine grenzüberschreitende Architekturwerkstatt.
Wie drückt Architektur politische Funktionen aus? Wie lässt sich eine Verbindung zwischen der Form eines Gebäudes und seinem Auftrag herstellen? Wie kann der öffentliche Raum in Europa bewohnt und gemeinsam genutzt werden? All diese Fragen, in denen Geschichte und Städtebau mit aktivem Bürgersinn und Kreativität verschmelzen, begleiteten die Schüler während der gesamten Planung ihres gemeinsamen Projekts.

Das EA und das Lieu d’Europe – zwei im grenzüberschreitenden Raum fest verankerte Institutionen – haben zum Ziel, das kritische Denken und die Zusammenarbeit zwischen den jungen Nachbarn zu fördern. Um diesen Austausch zu unterstützen, steht die Beherrschung der französischen und deutschen Sprache im Mittelpunkt der Erfahrung und macht so die europäische Integration im Alltag konkret erlebbar.
Dieses Projekt wurde durch den Contrat Triennal – Strasbourg capitale européenne (Dreijahresvertrag – Straßburg, europäische Hauptstadt) unterstützt. Diese Förderung umfasste den überregionalen öffentlichen Nahverkehr sowie die Logistik vor Ort und ermöglichte so eine inklusive Teilnahme von Schulen aus der gesamten Region auf beiden Seiten der Grenze.
Wenn Sie mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an uns per mail pedagogie@m-ea.eu oder ans Telefon +33 (0)3 88 10 20 61